Moderne Palettieranlagen müssen heute weit mehr leisten, als Produkte von A nach B zu bewegen. Unterschiedliche Verpackungsformen, Materialien, Gewichte und Taktzeiten stellen hohe Anforderungen an die Automatisierung. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Greifertechnik, denn sie bildet die direkte Schnittstelle zwischen Roboter und Produkt.
Jede Anwendung ist anders
Ob Kartons, Säcke, Eimer, Kanister oder Sonderprodukte: Kaum zwei Palettieraufgaben sind identisch. Während bei einigen Anwendungen die Produktschonung im Vordergrund steht, kommt es bei anderen auf hohe Taktzahlen oder das gleichzeitige Handling mehrerer Gebinde an. Eine universelle Lösung gibt es daher nicht. Entscheidend ist vielmehr, dass das Greifsystem exakt auf Produkt, Prozess und Leistungsanforderung abgestimmt ist. Genau hier zeigt sich die Notwendigkeit unternehmerischer Anpassungsfähigkeit, die eine zentrale Stärke moderner Greifertechnik darstellt.
Einfach-, Mehrfach- und multifunktionale Greifer
Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Greiferkonzepte zum Einsatz: Während Einfachgreifer für klar definierte Aufgaben und die präzise Handhabung einzelner Produkte ausgelegt sind, ermöglichen Mehrfachgreifer das gleichzeitige Aufnehmen mehrerer Einheiten und steigern so die Effizienz des gesamten Prozesses. Multifunktionale Greifersysteme bieten darüber hinaus maximale Flexibilität, da sie verschiedene Produktarten mit nur einem System handhaben können. Das reduziert Umrüstzeiten und erhöht die Anpassungsfähigkeit der Anlage deutlich.
Die unterschiedlichen Greiftechniken im Überblick
Die Wahl des passenden Greifprinzips hängt maßgeblich von den Eigenschaften des Produkts ab.
Saug-/Vakuumgreifer arbeiten mit Unterdruck und eignen sich besonders für formstabile Produkte mit glatten Oberflächen. Sie ermöglichen eine schonende Aufnahme von oben und sind in der Tray-Handhabung weit verbreitet.
Klemmgreifer greifen Produkte seitlich und bieten einen sicheren Halt auch bei anspruchsvolleren Geometrien oder weniger geeigneten Oberflächen für Vakuumtechnik.
Untergreifer unterstützen das Produkt von unten und sorgen für zusätzliche Stabilität – insbesondere bei schweren oder empfindlichen Gütern.
Sackgreifer sind speziell für flexible, unterschiedlich gefüllte Sackwaren ausgelegt und gewährleisten auch unter wechselnden Bedingungen eine zuverlässige Handhabung.
Kartongreifer sind optimal auf die Anforderungen klassischer Verpackungseinheiten abgestimmt und ermöglichen eine sichere und effiziente Palettierung unterschiedlichster Kartonformate.
Individuelle Lösungen für besondere Anforderungen
Neben standardisierten Anwendungen gibt es zahlreiche Produkte, die spezielle Anforderungen an die Greifertechnik stellen. Ein gutes Beispiel sind Lattenroste: Aufgrund ihrer Abmessungen, Struktur und Materialeigenschaften sind hier individuelle Lösungen gefragt. Für solche Anwendungen werden Greifer gezielt entwickelt und an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst. Das Ergebnis sind stabile Prozesse, hohe Taktleistungen und eine zuverlässige Palettierung – auch bei komplexen Produkten.
