Robotersteuerung

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Robotersteuerung 2017-01-27T10:50:31+00:00

Aufgaben der Steuerung

Die übergeordnete, eigentliche Robotersteuerung ist für die Koordination der einzelnen Achsen zuständig und hat als Hauptaufgabe dafür zu sorgen, dass sich der Greiferflansch mit der gewünschten Genauigkeit und Geschwindigkeit entlang der geforderten bzw. programmierten Bahn bewegt.

Zudem ist die Robotersteuerung für die Verarbeitung der Sensorsignale am Greifer (aus Sicht der Steuerung – elektrisch eingehende Signale) sowie für die Greiferaktoren (aus Sicht der Steuerung – elektrische Ausgänge) verantwortlich. Auch muss der gesamte applikationsspezifische Funktionsablauf der Roboterzelle in der Steuerung verarbeitet werden. Speziell im Bereich der Palettierroboter sind hier neben dem eigentlichen Handhabungsablauf die üblicherweise vorhandenen Förderbänder und Palettentransporttechniken zu nennen.

Speziell im Bereich der Palettieraufgaben ergeben sich nicht selten komplexe Handhabungsabläufe, so dass der Roboter fast nie die gleichen Bewegungen ausführt. Als Beispiel seien hier Roboterzellen genannt, bei denen die Packstücke im Zulauf erst vermessen werden und danach die Steuerung die nächste Palettierposition auf einer halb gefüllten Palette erreichen muss (Kommissionierroboter).

Ein Blick zurück

Ursprünglich waren die Robotersteuerungen sehr verwandt mit den CNC-Steuerungen der Werkzeugmaschinen. Anbieter wie Siemens und Bosch hatten Systeme am Markt, bei denen diese Verwandtschaft bautechnisch wie softwaretechnisch deutlich zu erkennen waren. Häufig bestanden Robotersteuerungen auch aus einer Symbiose aus CNC und SPS, um die notwendige Peripherie in der Roboterzelle steuern zu können.

Moderne PC-Steuerungen

Im Bereich der Steuerungen hat sich in den letzten Jahren ein deutlicher Wandel vollzogen. Viele Roboterhersteller greifen heute auf PC-Steuerungen zurück. Schon im Jahre 1999 wurden die ersten Palettierroboter von dem Dortmunder Roboterbauer roTeg mit einer PC-Steuerung mit Touch-ScreenBedienoberfläche ausgeliefert.
Mittlerweile handelt es sich bei den PC-Steuerungen um ausgereifte Systeme, die dank höherer Rechnerleistungen und besserer Hardware vielerlei Vorteile bieten können. Hier kommt auch wieder der Vorteil der BUS-Technologie ins Spiel, da sich so eine einfache und überschaubare Schnittstelle zu den Roboterachsen sowie der sonstigen Peripherie realisieren lässt.

Im Idealfall existiert nur diese einzige BUS-Verbindung zwischen dem PC und den weiteren BUS-Knoten der Roboterzelle wie den Servoumrichtern, den I/O Inseln, den Scannern usw. Auch lassen sich die Industrie-PCs auf einfache Weise mit den EDV-Netzwerken der Unternehmen verbinden – die notwendigen Schnittstellen sind standardmäßig on Board.

Die SPS als Robotersteuerungssystem

Es gab und gibt am Markt immer wieder Versuche, eine SPS für die Programmierung der Roboterbewegungen zu nutzen. Dies ist aber ein sehr schwieriges Unterfangen und nur in wenigen Einzelfällen sinnvoll und ratsam. Für den Bereich der Palettierroboteranwendungen mit seinen mannigfaltigen Herausforderungen gerade im Hinblick auf sich beliebig ändernden Packmustervariationen ist der Einsatz einer SPS für diese Roboteranwendungen nicht sinnvoll.


Programmierung und Programmiersprache

Die Programmierung eines Roboters geschieht heute fast ausschließlich mittels einer Hochsprache wie z.B. Basic, Pascal oder C++. Die Erlernung der Programmiersprachen ist nicht zuletzt deshalb relativ einfach, da es mannigfaltige Literatur und Lernbücher sowie diesbezügliche Softwareprogramme zu jeder der oben erwähnten Programmiersprachen gibt. Die jeweils roboterspezifische Programmiersprache ergibt sich eigentlich nur durch das Hinzufügen der Bewegungs- und Fahrbefehle wie z.B. die Programmanweisung „MOVE TO POSITION1“. Die wirklichen roboterspezifischen Anweisungen sind somit fast an einer Hand abzuzählen.

Auch wenn einige Roboter- und / oder Steuerungshersteller ihren Programmiersprachen neue, wohlklingende Namen geben, basieren doch alle auf einer der zuvor genannten Hochsprachen.

Alle Hochsprachen basieren auf einer seriellen Abarbeitung der geschriebenen Programmabläufe. Das bedeutet, dass jeder Schritt des Programms nach und nach abgearbeitet wird und ein Befehl wie z.B. „WAIT 3000 (warte 3 Sekunden)“ dazu führt, dass das gesamte Programm für 3 Sekunden schläft und somit von diesem Programmteil keine steuerungstechnischen Aktivitäten mehr ausgehen können. Die serielle Abarbeitung des Programms kommt der Eigenschaft des Roboter in Bezug auf den Handhabungsablauf sehr entgegen, da der Roboter seine Handhabungsaufgaben auch nur seriell, bzw. nach und nach abarbeiten kann.

Für zwingend parallel ablaufende Bewegungen, die sich z.B. aus den Aufgaben der Packstückzuführung (Ansteuerung der Rollenbahnen und Förderbänder) ergeben, bieten Programmiersysteme die Möglichkeit, weitere parallel laufende Programme auszuführen, die sich steuerungstechnisch autark um separate Abläufe kümmern können.

Eine weitere Möglichkeit zur Steuerung der peripheren Prozesse ist der Einsatz einer SPS, welche dann mit der Robotersteuerung über einen geeigneten Datenaustausch kommuniziert. Eine SPS arbeitet nicht Befehl für Befehl nacheinander ab, sondern schaut sich in einer festgelegten Zykluszeit alle vorliegenden Eingangsinformationen (z.B. Signaleingänge) und alle programmierten SPS-Anweisungen an und führt danach die sich ergebenden Aktionen (Ausgänge setzen, Motoren starten,…) quasi gleichzeitig aus.

Möglich und üblich ist für die Ansteuerung der peripheren Abläufe die zusätzliche Integration einer marktüblichen SPS, die über entsprechende Schnittstellen mit der Robotersteuerung signaltechnisch verbunden ist. Eleganter ist allerdings die Verwendung einer SOFT-SPS, die ebenfalls auf der gleichen Hardware läuft wie die Robotersteuerung selber und im Idealfall integraler Bestandteil der Robotersteuerung ist.

Das Ziel: Die einfache Programmierung

Zukünftig ist eher der Ansatz zu verfolgen die Programmierung einfacher und bedienerfreundlicher zu gestalten und nicht noch mehr Funktionen in die Programmiersysteme zu integrieren.

Die Systeme müssen soweit vereinfacht werden, dass Mitarbeiter mit nur wenig Einweisung und Schulung die Programmierung der Roboter vornehmen können.

Hier leisten moderne Robotersteuerungen, die speziell für Palettieraufgaben entwickelt wurden mittlerweile erstaunliches.
Da der Ablauf der Palettierung eigentlich grundsätzlich immer gleich ist, ist auch die jeweilige Programmstruktur immer gleich und kann durch zu ändernde Parameter der jeweiligen Aufgabe angepasst werden. Bei diesen Systemen wird der Anwender Schritt für Schritt durch Bildschirmmenüs geführt, die nach und nach die notwendigen Eingaben abrufen. Ein Beispiel sind hierfür die mittlerweile sehr ausgereiften Programme der Packmustergenerationen, die sich völlig in die Programmierung des gesamten Steuerungssystems integrieren lassen.

Links in der Menüzeile können Sie nähere Beschreibungen einiger Vertreter dieser Packmustergeneratoren
„PARO CONTROL / roTeg“ und „BOX / IML“ anwählen.