Knickarmroboter

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Knickarmroboter 2017-01-27T10:50:31+00:00

Geräte mit sechs rotatorischen Achsen

Diese Kinematik ist eine der bekanntesten Bauformen, da sie bei stets identischem mechanischen Aufbau für viele unterschiedliche Handhabungsaufgaben einsetzt werden kann.

KnickarmroboterDer reine Gelenkarm- bzw. Knickarmroboter ist zudem dem menschlichen Arm am ähnlichsten – und dementsprechend bietet er während seines Einsatzes einen gelenken Anblick und wird von Branchenfremden nicht selten als „richtiger Roboter“ bezeichnet. Nach Norm und DIN handelt es sich hierbei aber nur um eine mögliche Gestaltungsvariante.

 

Einsatz in der Automobilindustrie

Speziell die Automobilindustrie setzt diese Geräte nach wie vor in großen Stückzahlen für Montage- und Lackierarbeiten ein. Die Automobilbauer schätzen an der Industrierobotertechnik die frei programmierbaren Bewegungsabläufe, da sie so verschiedenste Fahrzeugmodelle mit stark abweichenden Handhabungsabläufen auf einem Produktionsband in unterschiedlicher Reihenfolge fertigen können.

Die große Anzahl dieser Roboter, die in der Automobilfertigung eingesetzt wird, hat zur Folge, dass der 6-Achsroboter mit der typischen Gelenkarmkinematik als Serienmaschine in großen Stückzahlen gefertigt werden konnte. Dies ist auch einer der Gründe, warum die Preise für Industrieroboter in den letzten Jahren stark fallen konnten. Insbesondere gilt dies für Antriebssysteme wie Motoren und Robotersteuerungen, die heute von vielen Spezialisten in ausgereifter Form dem ganzen Markt zur Verfügung stehen.

 

Weitere Einsatzgebiete

Die gefallenen Preise hatten zur Folge, dass auch andere Branchen die typischen Knickarmroboter für viele Handhabungsaufgaben einsetzen konnten und wollten, obwohl die ursprünglichen Maschinengestaltungen mit den wenigen Ausführungsvarianten der Hersteller eigentlich für viele Aufgabenstellungen nicht optimal waren.

So haben sich in den letzen Jahren viele neue Roboterbaureihen mit stark aufgabenangepasstem Maschinenaufbau herausgebildet. Hier sind nicht nur die Geräte mit völlig anderer Kinematik und Knickarme mit weniger als drei Achsen gemeint sondern auch 6-Achs-Knickarmroboter in spezieller Bauweise.

Als Beispiel sei hier der Typ Lackierroboter (häufig auch ein 6-Achsroboter) genannt, der aufgrund sehr geringer Traglast – er muss ja nur die Lackierdüse und Zuleitungen führen – eine hohe Reichweite sowie guten Schutz vor Farbnebeln erreicht.

Als weiteres Beispiel sei hier der Palettierroboter auf Knickarmbasis genannt, bei dem zwei Handachsen entfallen können. Hintergrund ist hierbei, dass zu palettierende Packstücke nicht im Raum geschwenkt werden müssen, wodurch der Greiferflansch immer in waagerechter Position bleiben kann.

Damit die zwei motorischen Antriebe entfallen können, wird bei der Knickarmkinematik üblicherweise ein Gestänge eingesetzt, welches den Greiferflansch zwangsweise gerade hält.